Am 24. Juni 2025 wurde im Foyer der vhs Landshut feierlich eine Gedenktafel für Dr. Hildegard van Straelen (1907–1983) enthüllt – eine Pionierin der Erwachsenenbildung und Gründungsleiterin der vhs Landshut nach dem Zweiten Weltkrieg.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollte laut den Plänen der Alliierten – angesichts der politischen, gesellschaftlichen und vor allem menschlichen Katastrophe der NS-Herrschaft – neben der Wiederherstellung einer öffentlichen Ordnung vor allem die „geistige Umerziehung“ (Reeducation) eine zentrale Rolle spielen. Ergänzend zur Entnazifizierung war dies ein grundlegender Schritt zur demokratischen Erneuerung, insbesondere in den westlichen Besatzungszonen.
In diesem Kontext ist auch die Neugründung der Volkshochschulen zu sehen. In Landshut war es Dr. phil. Hildegard van Straelen (1907–1983), die diese Aufgabe übernahm. Die gebürtige Berlinerin, Protestantin und geschiedene Frau musste auf ihrem Weg manche Hürde überwinden. 1946 wurde sie von der amerikanischen Militärregierung zur „Obertreuhänderin für kulturelles Eigentum“ in Niederbayern und der Oberpfalz ernannt. Bereits am 7. Februar 1947 – noch vor der Währungsreform – gründete sie die Volkshochschule Landshut und leitete sie bis 1973. Für ihr Engagement wurde ihr 1970 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Die Initiative zur Gedenktafel ging vom Frauenplenum des Landshuter Stadtrats aus – mit einem herzlichen Dank an alle Beteiligten darunter Hedwig Borgmann, Iris Haas, Sigi Hagl, Anja König, Elke März-Granda, Elke Rümmelein, Kirstin Sauter, Patricia Steinberger und Gabriele Sultanow, der Abteilung Kultur der Stadt Landshut sowie an Alexander Langkals M.A., Mitarbeiter des Stadtarchives Landshut für die Gestaltung der Gedenktafel.
Besonders bewegend: Die Enkelin von Dr. van Straelen war bei der Enthüllung mit dabei.
Die Gedenktafel ist im Eingangsbereich der vhs Landshut zu sehen.

